STWST No Content Dptm.
NIK, ODER: ALLEIN IM ELEKTROSCHOCK-ZIMMER


SF-Exploitation-Draft auf Screen
Servus Clubraum, 1. Stock: Durchgehend
Office, 2. Stock: Fr, 18:00-24:00, Sa, 08:00-24:00, So, 08:00-18:00

'Nik, oder: Allein im Elektroschock-Zimmer‘ ist ein Wort- und Satzfragment-Scripting, das mit analogen Texterstellungsmethoden arbeitet und in eine Taktung von Tags und Videosequenzen mündet. Auf Screen gezeigt.

Die Arbeit setzt auf Sprache und Körper als erste Medien auf – und arbeitet inhaltlich mit Themen, die in eine Elektroschock-Zukunft weisen. Der Text erzählt das Vorhaben einer SF-Exploitation-Story, einer Erzählung über eine Gesellschaft, die seit dem 18. Jahrhundert ihre Fundamente auf Elektrizität gestellt hat. Nun, in der Zukunft des 21. Jahrhunderts, steht der elektrische Gesamtkörper des Netzes den Einzelkörpern folgendermaßen gegenüber: Die Entity frisst alles. Sie löst durch schwächere oder stärkere Stromschläge Daten und Emotionen aus den nicht-menschlichen und menschlichen Akteuren. Sie muss sich jedoch permanent mit neuen Daten füttern, um sich am Leben zu erhalten. Nachdem sie drauf und dran ist, jedes einzelne Molekül des Universums in seine digitale Version verrechnet zu haben, braucht sie schlussendlich die ‚rohe einzelmenschliche Erfahrung‘ des Protagonisten Nik. Sie braucht sein Empfinden über die ausbeuterischen Zustände, als dunkle Ressource des Widerstandes gegen sie selbst, um nicht in sich zu kollabieren.

‚Nik‘ inkludiert das Thema vom Körper und Bewusstsein im Reduktionsmodus sowie abstrakte Technologiekoordinaten. Die Arbeit ist reduziert und fragmentarisch. Die Intention ist, Form, Content und Wahrnehmung in einem grundsätzlichen Modus des Nicht-Erkennen-Könnens und des irrationalen Navigierens zu schulen. Die Darstellung führt zu einem durchlaufend als Tags von Worten und Satzteilen gepulsten Lesevorgang. ‚Nik‘ stellt die Grundsatzfrage, welche Arten von Form, Content und Bewusstsein überhaupt geeignet sind, um im volldigitalisierten Modus nicht reduktiv zu wirken, sondern in etwas übergehen, was im Technologiekontext oft als „immersiv“ bezeichnet wird, letztenendes oft aber nur besser manipuliert. Friss oder stirb. Content oder Nicht-Content: Es gilt beim Lesen, bzw beim Davorstehen: It‘ still the content, stupid. But the content can’t be seen.




STWST No Content Dptm. besteht hier aus Tanja Brandmayr und Claus Harringer.

Tanja Brandmayr ist Künstlerin und Autorin und arbeitet seit vielen Jahren und in unterschiedlichen Kontexten zwischen Text, Medien, Inszenierung und Kunst. Kunst- und Kontextforschung Quasikunst in Kooperation mit STWST. STWST Mitarbeiterin. Außerdem Redakteurin und Autorin für Kunst- und Kulturmagazine. Lebt in Linz/Österreich.

‚Nik, oder: Allein im Elektroschock-Zimmer‘ wurde bereits als SF-Exploitation-Draft im Rahmen der servus-Publikationsreihe ‚Nourishing Network‘ 2020/21 veröffentlicht.

‚Nik, oder: Allein im Elektroschock-Zimmer‘ steht im Zusammenhang mit der Kunst- und Researchschiene Quasikunst.

Claus Harringer ist Mitarbeiter der STWST und Redakteur der Versorgerin.